Die Tollität "Gutsherr"

Der Schlüssel des Sickelser Bürgerhauses

und die "Lepp" sind die Zeichen

der Amtsgewalt des Gutsherren.

Historische Grundlage der Sickelser Bürgerfastnacht e.V.

 

Chronik von Sickels von Norbert Willken, Mosaiksteine aus Geschichte und Gegenwart, aus dem Jahre 1994, Seite 175 - 179 

 

Das Dorf Sickels 

 

Urkundliche Ersterwähnung zwischen den Jahren 929 und 956 in der Zeit des Abt Hadamar vom Kloster Fulda. Gründung durch „ Sibigeltes“ Mönch im Kloster Fulda. Ab dieser Zeit Lehenshöfe bewirtschaftet durch Zehntbauern mit Abgaben des „ Zehnten „ an das Kloster Fulda.

 

Der Gutsherr der Bürgerfastnacht 

 

In der Fuldaer Fastnacht mit den dazu gehörigen Randstaaten hat jeder Verein seine eigenen einmaligen Tollitäten oder Fürstlichkeiten. Dadurch zeichnet sich auch die Vielfalt der Fuldaer Fastnacht (Foaset ) aus. Als jüngster Randstaat von Fulda, wurde in Sickels ein Gutsherr als Tollität gewählt, um zu untersteichen, dass sich der Verein in seinem äußeren Erscheinungsbild auf das Ländliche und Bauerntum bezieht. 

 

Chronistische Grundlage des „ Gutsherren von Sickels“: 

Nach Gutsherr und Ökonom Ferdinand Struth ( 1836 – 1896 ) 

 

Am 21. Mai 1863 erwirbt der Ökonom Ferdinand Struth den damals größten Hof in Sickels, ( vormals Bauer Konrad Vogel) Der Hof war eine vierseitige geschlossene Anlage die heute „An der Mariengrotte“ Nr.:9, noch den Namen „ Struths „ trägt. 

Aus dem Ökonom im Sinne des Gutsverwalters ist der Ökonom in Sinne des Gutsbesitzer und Gutsherren geworden. Zuvor war Ferdinand Struth ab 1860 Verwalter der Domäne Ziehers, damals ca. 1100 Morgen, (= 275 ha, 1 Hektar entspricht= 4 Morgen) mit 15 Pferden, 18 Fahrochsen, 51 Kühen und einer Schäferei mit 650 Schafen, sowie einer großen Brandweinbrennerei. 

 

Die Domäne Ziehers stand auf dem Gelände des heutigen Freiherr vom Stein Gymnasium. Dazu gehörten damals die Ländereien des heutigen Fulda- „Ziehers Süd und- Ziehers Nord“. Ferdinand Struth war zwischenzeitlich auch Verwalter des Hofgutes Klostermann in Johannesberg. Seine Schaffenskraft und sein Wirken galt dem Wohle des Bauernstandes, aber er beschränkte sich nicht nur auf seinen eigenen Besitz, sondern er setzte sich auch für die Dorfnachbarn und zum Wohle des Dorfes Sickels ein.

So war Ferdinand Struth:  

 - Gründungsmitglied der Molkereigenossenschaft                                 

   in Fulda, im Jahre 1884 

- Gründungsmitglied der Raiffeisengenossenschaft                                                     in Haimbach in 1894

 

Ferdinand Struth. geb. 1836 in Lauterbach, war verh. mit der Eichenzeller Bauerntochter Anna Barbara Wehner. 

 

Der Schlachtruf der Sickelser Bürgerfastnacht „ Zähntkneddel "

 

Der Schlachtruf "Zähntkneddel" leitet sich von den "Zehntbauern" ab. Das waren Bauern im Zehnt-Bereich des Klosters Fulda, dieser entsprach in seinem Ursprung und seiner Lage der Karlmannschen Schenkung aus dem 8. Jahrhundert an Bonifatius. 

Es waren Dörfer, welche damals ihren Zehnten an das Kloster in Fulda abgeben mussten und heute noch zum größten Teil( mit Ausnahme der Gemeinden Petersberg und Eichenzell) als Stadtteile im Stadtgebiet der Stadt Fulda liegen. Zu bemerken ist, dass auch in diesem Bereich bis heute das gleiche „Fuldaer Platt“ gesprochen wird, soweit es noch bekannt ist und gekonnt wird.

 

Der Schlachtruf entstand aus einem Schimpfwort der Vogelsberger Bauern. Diese wohnten außerhalb dieses Zehntbereiches und blickten wegen der sehr ertragreichen Ackerböden neidvoll auf die Bauern und deren Dörfer im westlichen Teil des Zehnt-Bereiches von Fulda.Da man die Bauern wegen ihrer Derbheit auch Knüppel, im Volksmund als „Kneddel „ beschimpfte, entstand der Schimpfname für die Zehntbauern, auf platt „Zähntkneddel"

 

Der Schlachtruf ist historisch aus der Geschichte abgeleitet wie bei anderen Fuldaer Karnevalsvereinen auch (wie z.B. Kämmerzeller - Mattebittel, Marbacher-Speekettze, Bronnzeller - Schimmelreiter, Eichenzeller -Weckfresser) und kommt bei den Sickelsern von den ehemaligen Lehenshöfen des Klosters Fulda, den Zehntbauern.

 

Fulda im November 2011

 

 

Zusammengestellung: von Karl Liebert, Ex Gutsherr Karl I. von Sickels

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zuletzt aktualisiert: 14.12.17